Mittwoch, 7. September 2016

Sprichst du super gut Französisch? – Ja!

Coucou !

Die erste Woche ist um und ich bin voll von neuen  Eindrücken! Ich erzähle mal:

Meine Gastfamilie ist nett und ich hab soooo süße Gastgeschwister! Die Gasteltern freuen sich immer beim Essen über mich, weil ich nicht so wählerisch bin und eigentlich alles esse – hallo? Wenn es um Essen geht, bin ich dabei! ;-). Zumindest meistens.

Apropos Essen: Ich habe von in der Früh um 8 Uhr bis Abends um 17 Uhr Schule, drei Mal die Woche. Ich habe immer nach den ersten zwei Stunden soooo Hunger und muss dann immer noch zwei Stunden bis zum Mittagessen absitzen. Und nach den zwei Stunden nach dem Mittagessen habe ich wieder Hunger. Da hat meine Austauschschülerin aber Kekse eingepackt :-). Und ich werde mir künftig immer einen Apfel und – gaaaanz wichtig – eine Flasche Wasser einpacken. An meiner Schule trinken die auf der Schultoilette aus dem Wasserhahn und bei mir klappt das nicht so, dass ich nicht nass dabei werde.

Am ersten September hat die Schule begonnen und die ersten zwei Tage waren nicht gerade interessant. Die Lehrer haben irgendwas Organisatorisches geredet, was man soll und was nicht und etc und das die ganze Stunde! Das ist ganz toll, wenn man ungefähr nur jedes fünfte Wort aus jedem dritten Satz versteht. Wobei – in Mathe war es für alle langweilig: Ein Franzose hat gepennt ;-)

Parenthetisch (was für ein tolles Synonym für "nebenbei bemerkt"!) zum ersten Schultag, Organisatorisches: Wir bekommen die vierseitige Schulordnung und kauen sie zwei Stunden lang durch – danke fürs Gespräch (oder auch nicht).

Es ist so krass: Ich hatte heute meinen fünften Schultag und schon voll viele Blätter (der Stapel zusammengedrückt ungefähr 5 mm groß) bekommen! Ist das bei uns daheim auch so? Ich glaube kaum. Was ganz sicher aber hier super normal ist und daheim nicht: Der Lehrer beendet den Unterricht, nicht die Musik! Hier gibt es immer so eine Art Musik als Schulgong und wenn die ertönt, bleiben alle immer sitzen und arbeiten ganz normal weiter, bis der Lehrer sagt, dass man einpacken kann. Außer einmal, da haben ein paar bei der Musik die Hefte zugeklappt und der Lehrer hat sich aufgeregt.

Wo ich beim Thema "Viel" war, ist mir eingefallen: Acht Postkarten habe ich schon geschrieben, drei muss ich aber noch :-O – das ist so anstrengend!

Hier übrigens meine tolle Aussicht aus dem Schlafzimmerfenster. Ist sie nicht unglaublich?


Und manchmal fühle ich mich wie bei "Drachenzähmen leicht gemacht". Da gibt es so einen riesigen Drachen und der ist in einem Tal daheim. So ungefähr sieht es bei uns aus.



Am Samstag waren wir fünfzehn Minuten entfernt bei einer Sommerrodelbahn. Da scheint wohl ein kleines internes Fest gewesen sein. Es war ziemlich lustig und meinen kleinen Gastbruder haben wir beinahe nicht wegholen können. Er wollte unbedingt bleiben, was ich aber verstehen kann :D. Mein Gastvater hat meiner Mama in der E-Mail geschrieben:  "Une photo de Mila à la luge d’été et bouée. Elle n’a peur de rien!" (Ein Foto von Mila an der Rodelbahn. Sie fürchtet sich vor nichts.) Dazu muss man dazu sagen, dass daneben noch so eine Art Reifenrutsche war. Man sitzt in einem Reifen, rutscht eine Rutsche hinunter, rast über eine Art Plattform und schanzt auf so ein riesiges "Hüpfburgkissen". Das war schon ziemlich krass, ich hab mir dabei auch leider eine Schürfwunde am linken Ellenbogen geholt :(



Zurück zur Schule. Was mir vor allem am Anfang ein wenig Kummer bereitet hat: Ich hab/hatte wenig Kontakt mit den anderen Leuten aus meiner Klasse. Ich bin halt bei meiner Austauschschülerin geblieben, die ein bisschen zurückgezogen ist. In der Mensa sitzen wir immer noch alleine, ich habe mir aber vorgenommen, mal mit den anderen zusammen zu sitzen und mich auch einfach mal abzuseilen, meine Austauschschülerin wird dann schon nachkommen.

Dadurch, dass die anderen mich auch nicht wirklich kannten (jetzt natürlich schon ein wenig), war fast jedes erste Gespräch mit den Franzosen so:

Franzose: "Hallo!/Hello!" ("Hello" ist ungefähr das einzige Wort, was die Franzosen bei mir auf Englisch super gut können. Tut mir leid, aber es ist so.)
Ich: "Salut!"
Franzose zu Austauschschülerin: "Elle parle francais ? (Sie spricht Französisch?)"
Austauschschülerin: "Oui."
Franzose: "Alors, jdksjvekdjjdjsbldskvdjfksbdosjvejdbskdvdk!"
Ich: "Euhh ?! Lentement, s'il te plaît. (Langsam, bitte.)"
Franzose: "jdksjvekdjjdj sbldskvdjfksbdos jvejdbskdvdk!"
Ich: "Tu es trop vite. (Du bist zu schnell.)"
Franzose: "jdksjvek djjdjsblds kvdjfksbdo sjvejdbsk dvdk!"
Ich, verstehe es immer noch nicht: "Euhh, oui ?"

Genauso lief es bei der Frage einer Schulkameradin erst kürzlich ab:
Schulkameradin (auf Französisch): "Sprichst du richtig super Französisch?"
Ich verstehe es natürlich nicht, sie wiederholt die Frage. Ich glaube, sie irgendwie verstanden zu haben: "Oui. (Ja.)"
Schulkameradin: "Non, vraiment? (Nein, wirklich?)"
Ich schaue meine Austauschschülerin fragend an.
Austauschschülerin: "Elle demande si tu parles le français très très bon. (Sie fragt, ob du sehr sehr gut Französisch sprichst.)"
Ich: "Ooohh, non!"

"Ja" sagen und freundlich lächeln ist auch nicht immer zielführend ;-)


Ging das euch auch schon einmal so, dass ihr wegen Sprachproblemen etwas ganz falsch verstanden und beantwortet habt?


Einen schönen Tag noch!
Eure Mila

Wie ich zu Harry Potter 2.0 wurde ...

Liebe Menschen da draußen! Alan und Laurence in Eloyes, nahe bei Epinal, waren froh darüber, ein ganz und gar normales deutsches Gastkind ...