Dienstag, 6. Februar 2018

Mein Stundenplan und schulische Unterschiede zu Deutschland

Jetzt sind schon fast 22 Wochen um und es bleiben nur noch zwei. Die Zeit ist so vorübergezogen, dass ich ganz vergessen habe, euch meinen Stundenplan zu zeigen, was ich fest vor hatte. Im gleichen Zug erzähle ich euch noch etwas über die schulischen Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland.

Anfangs sah mein Stundenplan so aus:


Und jetzt so:

Immer noch ziemlich durcheinander ...

Eine ziemliche Veränderung, was? Ihr könnt euch sicher erinnern, dass ich am Anfang etliche Probleme mit dem Stundenplan hatte (wenn nicht, dann schaut zum Beispiel mal hier vorbei). Jetzt hat sich mittlerweile alles eingependelt und ich bin ehrlich die Letzte, die sich über ihren emploi du temps beschweren kann.

Im Gegensatz zu Deutschland dauern die Schulstunden 55 Minuten statt 45 Minuten. Manchmal sind diese zehn zusätzlichen Minuten ziemlich lang, aber man gewöhnt sich dran. Außerdem sitzt man den ganzen Tag in der Schule. Die ganzen Franzosen noch mehr als ich. Dazu bekommen sie Massen an Hausaufgaben (und noch mehr in den Ferien, weil "sie ja jetzt Zeit haben"), dass ich mich oft frage, ob für die französischen Schüler ein Leben außerhalb der Schule und des Lernens vorgesehen ist. Annaelle erzählte mir auch schon öfters, dass die Lehrer ziemlich rumstressen, weil ja jetzt dann bald das Bac (= Baccalauréat, der französische Abschluss) stattfindet.

Zum Glück werden die Stunden normalerweise nicht vertreten, wenn ein Lehrer nicht da ist (außer, er fehlt längere Zeit). So kann man (ich zumindest) zum Beispiel noch eine Stunde länger schlafen oder auch mal früher heimgehen. Ich glaube aber, vor allem für die Franzosen ist es ziemlich entspannend, mal ein trou (= eine Lücke) im Stundenplan zu haben, in dem man entspannen kann. Von 8 bis 18 Uhr bis auf eine Stunde Mittagspause durchgängig Unterricht zu haben schlaucht.

Apropos Mittagessen: Man kann nicht einfach dann in die Kantine gehen, wann man Lust hat, sondern es gibt eine kleine Staffelung. Wenn man um 11 Uhr Mittagspause hat, kann oder soll man direkt um 11 Uhr essen gehen. Wenn man um 12 Uhr Mittagspause hat, hat man die prio (= priorité, Priorität), was mit einem Salatstempel auf einem Zettel auf der Rückseite der Kantinenkarte vermerkt ist, denn die surveillants (= Aufsichten, keine Lehrer) kontrollieren. Wer nämlich zwei Stunden Mittagspause hat, darf erst gegen 12.30 Uhr, also nach den Leuten mit der Priorität, essen. Wer um 13 Uhr Mittagspause hat, geht direkt in die Kantine. Gäbe es keine Staffelung, wären zu viele Schüler in der Kantine und die Leute mit nur einer Stunde Pause hätten vielleicht wegen zu viel Anstehen nicht genug Zeit zu essen. Natürlich gibt es immer tricheurs (= Schummler), indem sie zum Beispiel den Zettel ihrer Freunde kopiert haben und bei sich in die Karte gesteckt haben, damit sie auch die prio haben. Ich kann es verstehen und würde es wahrscheinlich auch machen, denn alleine essen ist doof.

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in mein Schulleben geben.

Liebe Grüße,

Eure Mila

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