Montag, 4. September 2017

La rentrée - der Schulanfang

Liebe Menschen da draußen,

heute war mein erster Schultag am Lycée. Obwohl ich eigentlich gar nicht arg nervös war, konnte ich am Sonntagabend nicht so gut einschlafen. Doch das war grundlos: Ich finde, es ist gut gelaufen. Na gut, zunächst wussten wir nicht, in welche Klasse ich gehen soll, weil ich auf keiner Klassenliste stehe, aber schließlich wurde ich nach kurzer Beratung mit Annaelles Freunden in die Klasse von der Schwester von Annaelles bester Freundin geschickt. Meine Klassenstufe ist die Seconde, was der zehnten Klasse in Deutschland entspricht.

Mein Lycée ist ziemlich groß, es sind an die 2000 Schüler (zum Vergleich: bei mir daheim sind es ungefahr 600-700). Im Gebäude werde ich mich wahrscheinlich noch ein paar Mal verlaufen, doch bisher ging es.

Weil ich ja nicht auf der Klassenliste stehe, bekam ich zunächst auch keinen Stundenplan. Das war zuerst merkwürdig, aber schließlich habe ich eine Kopie von einer Mitschülerin bekommen. Nun habe ich ein paar Freistunden mehr, weil sie Italienisch hat, ich aber nicht. Was aber doof ist: Sie macht Abibac, das heißt sie wird nicht nur den französischen Abschluss, das Baccalaueréat, machen, sondern auch das Abitur. Dadurch habe ich gemeinsam mit ihr insgesamt 10 Stunden Deutsch beziehungsweise neben dem Deutschunterricht noch 4 Stunden Geschichte-Geographie auf Deutsch. Das bringt mich leider überhaupt nicht weiter. Klar, es ist ganz entspannend, mal endlich wieder was zu verstehen, aber letztlich ist es halt einfach meine Muttersprache und ich werde gar nicht gefordert.

Ich habe jetzt mal Annaelle mein Leid geklagt und nun werden wir sehen.

Mittagessen wird es immer in der Kantine geben. Ich muss sagen, das Essen ist nicht das allerbeste, aber es geht. Zumindest ist es nicht so schlecht, dass man nur zwei Bissen essen kann und den Rest wegwerfen muss, so, wie es der Großteil der Schüler hier macht. Heute gab es Hähnchenschenkel mit Pommes. Ich vermute mal, dass bestimmt 500 Essen, wobei das wahrscheinlich noch unterschätzt ist, über den Jordan gingen und somit 250 Hühner umsonst gestorben sind.

Wir wurden heute zunächst ein wenig im Schulhaus und auf dem Gelände herumgeführt und hatten dann noch etwas Unterricht.

Es ist sehr anstrengend, durchgehend mit Französisch beschallt zu werden und auch in den Gesprächen nur ein Drittel von allem zu verstehen, deswegen bin ich heute Abend recht müde. Darum wünsche ich euch jetzt eine gute Nacht und wahrscheinlich bis morgen!

Liebe Grüße,

Eure Mila




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